Warum sind offene Webtools eine gute Idee für zeitgemäße Bildung?

In der vorherigen Lerneinheit haben wir die Offenheit bei offenen Webtools vorrangig technisch definiert und auf den Vorteil der niedrigen Zugangshürden zur Nutzung verwiesen. Aus der Perspektive der Didaktik haben offene Webtools noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie können mit dazu beitragen, eine offene Bildungspraxis und somit zeitgemäßes Lernen zu realisieren!

Zeitgemäßes Lernen ermöglicht es Lernenden, die Kompetenzen zu entwickeln, mit denen sie sich als mündige Menschen in die heutige Gesellschaft einbringen und diese auch zukünftig mitgestalten können. Als Schlüsselkompetenzen gelten hierbei Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken. Sie werden oftmals abgekürzt als die ‘4K’.

Offene Webtools sind zur Entwicklung dieser Kompetenzen häufig wie gemacht. Denn wie dargestellt wird bei offenen Webtools ohne Zugangshürden und im virtuellen Raum gelehrt und gelernt. Damit verbunden ist in sehr vielen Fällen die Möglichkeit zur Zusammenarbeit. Ebenso können (auch vorläufige) Ergebnisse oft einfach veröffentlicht und somit geteilt (= kommuniziert) werden. Mindestens Kollaboration und Kommunikation ist bei offenen Webtools somit in vielen Fällen gegeben. Ähnliches werden wir im Laufe des Kurses auch für Kreativität und Kritisches Denken kennen lernen.

Zugleich ermöglicht die selbstverständliche Nutzung des virtuellen Raums als Bildungsraum die Entwicklung digitaler Souveränität.

📖 Weiterlesen: Was bedeuten die 4K?

In diesem Blogbeitrag übersetzt und erläutert Jöran die Begriffe Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken.

💬 Austausch

Bereits in der vorherigen Lerneinheit haben wir das Etherpad als ein weit verbreitetes offenes Webtool über die Website yopad.eu kennen gelernt. Überlege Dir, ob und wenn ja warum, das Etherpad nicht nur ein offenes Webtool in Hinblick auf die Technik, sondern auch in Hinblick auf die Didaktik ist. Wie lässt sich damit zeitgemäßes Lernen realisieren? Deine Überlegungen kannst Du über die Kommentarfunktion teilen.

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10 Comments
  1. Etherpad kann eine Kombination von traditioneller Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit sein. SuS können ihre Gedanken (Kreativität, Kritisches denken) direkt und spontan mit anderen teilen (Kolaborativ, Kommunikativ).
    Keiner bleibt zurück, die “Stärkeren” setzten sich nicht immer durch bzw. bestimmen.

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  2. Die Arbeit mit dem Etherpad legt den Lehrenden und die Lernenden nicht fest – weder in der Sozialform noch in der Methode. Durch die Zusammenarbeit im Austausch entwickelt sich das Ergebnis…die Mitwirkenden sind ein aktiver Teil dieses Prozesses.

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  3. Die Lernenden können zeitlich voneinander unabhängig arbeiten. das war gerade in Zeiten der Schulschließung wichtig für mich.

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  4. Etherpads geben nicht nur reaktiven, sondern auch reflektiven Lernen eine Chance, was dem Individualisierungs- und Differenzierungsanspruch zugute kommt.

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  5. Ich habe gerade mal yopad.eu ausprobiert und der Einfachheit halber meinen Eintrag dort hierhin kopiert. Viele Grüße Marion

    https://yopad.eu/p/Schreib_des_hie

    Oberstes Gebot im Präsenzunterricht für Lehrkräfte ist: Du sollst nichts Falsches an die Tafel schreiben!
    Was hier von Lehrenden angeschrieben wird, ist also gleich doppelt gründlich durchdacht, denn diese “Tafel” bekommen mehr als meine rund 25 SuS für die Dauer des Unterrichts zu sehen und ich kann nicht kontrollieren, was an diese Tafel angeschrieben wird, während ich vielleicht gerade schlafe, esse oder sonstige Dinge tue, die zu Corona-Zeiten in dem Zeitfenster zwischen 23.00 und 02.30 Uhr, in dem ich nicht am Computer sitze, gerade einmal unterzubringen sind.

    Aber ich möchte gerüstet sein für die Stunde des synchronen und asynchronen Online-Unterrichts mit diesem Tool, das mir den Anblick von Müsli in sich hineinschaufelnder Pubis im Pyjama erspart und ihnen mein entsetzter Blick, weil ich mich bei der Webex-Konferenz dauernd auch selbst sehen kann.

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  6. Ohne Ethepads könnte ich mir meinen (Präsenz) DaF-Unterricht gar nicht mehr vorstellen. Alle Hausaufgaben, die mit Textproduktion verbunden sind, werden in Etherpads erstellt und korrigiert. Aktuell nutze ich das ZUM-Pad dafür. Unterrichtsideen für DaF/DaZ mit Etherpads findet man in DIGU des Goethe-Instituts: http://digu.goethe.de/p4.php?page=1&deleteid=&confirm_delete=0&keyword=etherpad

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  7. Ich nutzte in den letzten 6 Wochen auf ilias ein etherpad für die Entwicklung des Schreibens meiner DaF-Kursteilnehmer: Brief-Antworten, die ich in der Einleitung vorgefertigt hatte; im Präsenz-Unterricht, um schnell eine Rückmeldung per Korrektur geben zu können (die Kommentarfunktion gibt es noch nicht). Das hat sehr gut geklappt, bis auf die Tatsache, dass zwei TN plötzlich ihren Text durch Abbruch der Internet-Verbindung verloren hatten…
    Wenn ich ein etherpad als TP für zu Hause nutze, bitte ich die Tn, untereinander zu schreiben und im Titel ihres Textes doch auch ihren Namen zu nennen, damit ich per messenger Rückmeldung geben kann, welchen Text ich schon korrigiert habe. Denn sonst sehe ich das nicht.
    Grundsätzlich finde ich es aber gut, wenn man gemeinsam einen Text entwickelt, dass die Tn halbwegs anynym bleiben (nicht während des Schreibens, aber hinterher).

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  8. Mit dem Etherpad kann sehr gut Gedanken austauschen, daran weiterarbeiten, gemeinsam etwas erschaffen. Das gefällt mir persönlich besonders gut. Auch im Bereich meiner Arbeit in der Bücherei ist es gut möglich mit Gruppen gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten.

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