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Das O in OER mit Felix Stalders “Kultur der Digitalität”

Was mir nach dieser Einheit nochmal sehr vor Augen geführt wurde, ist das gesellschaftliche Umdenken, welches die Digitalisierung braucht. Ich würde gern in diesem Zusammenhang einzelne Aspekte von Felix Stalders Kultur der Digitalität (2016) anführen und diese mit dem O von OER verbinden.

Felix Stalder ist Medien- und Kulturwissenschaftler u. a. mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und Digitalität. Er ist Professor in Zürich und hat mit dem bereits erwähnten Text Kultur der Digitalität – meines Erachtens – einen wichtigen Ansatz formuliert, der auch für die Beschäftigung mit OER interessant sein kann.

Zunächst stellt sich die Frage nach dem Unterschied von Digitalisierung und Digitalität. So wie ich Stalder verstanden habe, ist die Digitalisierung der Prozess vom Analogen ins Digitale und die Digitalität der Zustand, welcher mit der Digitalisierung entsteht. Diese Aussage ist natürlich sehr vereinfacht – im besten Fall liest man Stalders Buch, siehe unten –, andererseits ist eine hilfreiche Orientierung in dem Feld. Stalder beschreibt in seinem Buch die Wege und Richtungen des Politischen in die Digitalität und benennt drei Formen der Digitalität: Referenzialität, Gemeinschaftlichkeit und Algorithmizität. Anbei findet man zwei Youtubevideos, welche mit einem kurzen Interview vom PhiloCast und mit einem ausführlicheren Interview von aufzuneuenWelten in die Theorie einführen. Schaut euch mindestens eins der beiden Videos an, sie sind sind wirklich spannend.

Jetzt möchte ich zum O in den OER zurückkommen. Spannend finde ich, dass die Formen der Gemeinschaftlichkeit und der Referenzialität für OER eine besondere Bedeutung haben können. So wie ich das O verstanden habe, bezieht es sich genau auf diese Aspekte. Offenheit kann für die Bildung und dementsprechend auch OER hinter der Idee stehen, Wissen zu teilen, zu erarbeiten und gemeinschaftlich weiterzuentwickeln. Die Formen der Referenzialität und Gemeinschaftlichkeit in OER zu denken, führt ganz automatisch zu einer sehr fruchtbaren Option, gemeinschaftlich zu partizipieren und kollektiv lebenslang lernen zu können. Wissen kann öffentlich weiterentwickelt werden und gleichzeitig kann die Gemeinschaft ein Korrektiv für die fachlichen Gegenstände, die in den OER behandelt werden, bilden. Das Argument, dass OER fachlich problematisch sein können, würde ich unterstützen, möchte aber dennoch sagen, dass die Bearbeitung von OER im Kollektiv auch ein Argument für fachliche Qualität sein kann. Wichtig dabei wäre sicherlich Arbeitsprozesse transparent, kollaborativ und mit einer entsprechenden fachlichen Expertise gemeinsam zu organisieren und gestalten.

Dieser Beitrag hegt keinesfalls den Anspruch vollständig in die Theorie Stalders einzuführen, sondern soll eher als Impuls zum Weiterdenken betrachtet werden. Ich kann den Text nur empfehlen: Obwohl ich mich noch nicht so lange mit dem Thema Digitalisierung im Allgemeinen und auch im Bildungsbereich beschäftige, sind mir mit Stalder einzelne Aspekte klarer geworden. Der Text lädt dazu ein, immer mal wieder reinzuschauen und Aspekte neu entdecken und zu denken.

Quelle: Stalder, Felix (2016): Kultur der Digitalität. Berlin: Edition Suhrkamp.

Lizenz: CC BY SA 4.0

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